• 27. November 2022

Selenskyjs Sondervertreter Oleksij Tschernyschow: Ukrainische Industrieparks als Standorte für deutsche Unternehmen

Selenskyjs Sondervertreter Oleksij Tschernyschow: Ukrainische Industrieparks als Standorte für deutsche Unternehmen
Selenskyjs Sondervertreter Oleksij Tschernyschow: Ukrainische Industrieparks als Standorte für deutsche Unternehmen

Selenskyjs Sondervertreter Oleksij Tschernyschow: Ukrainische Industrieparks als Standorte für deutsche Unternehmen

Sonderbeauftragter Oleksej Tschernyschow mit Udo Philipp, Staatssekretär BM Wirtschaft und Klima (Bildquelle: Foto © Pressedienst Ukraine)

Der Minister für regionale Entwicklung der Ukraine Oleksij Tschernyschow, der von Präsident Selenskyj nach Deutschland entsandt wurde, um über die Mitgliedschaft seines Landes in der EU zu besprechen, erörterte mit dem Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Udo Philipp, die Möglichkeiten deutscher Unternehmensstandorte in ukrainischen Industrieparks.

Selenskyjs Sondergesandter erinnerte bei seinen Gesprächen im Wirtschaftsministerium daran, dass der ukrainische Präsident im Oktober letzten Jahres ein neues Gesetz über Industrieparks unterzeichnet habe, das eine Woche vor dem russischen Angriff verabschiedet wurde. Es soll nach Ende des Krieges zu einer der Triebfedern des ukrainischen Wirtschaftswachstums werden. „Wir haben damit starke finanzielle, infrastrukturelle und institutionelle Anreize geschaffen, um Investoren anzuziehen und die Wirtschaft von Regionen und Gemeinden zu stärken“, sagte Tschernyschow. „Deutsche Unternehmen, die ihre Produktion in Russland eingestellt haben, könnten hier zu günstigen Bedingungen neue Standorte eröffnen,“ sagte Tschernyschow. Staatssekretär Udo Philipp habe dieses Angebot mit Interesse aufgenommen.

Bis 2030 Infrastruktur für 25 Industrieparks

Künftige Nutzer der ukrainischer Industrieparks können auf eine entwickelte Infrastruktur zählen sowie mit erheblichen Steuer-, Kredit- und Verwaltungspräferenzen rechnen. „Wir sprechen von der Befreiung von bestimmten Steuern, der Erstattung von Kreditzinsen, der Anordnung aller notwendigen Kommunikationseinrichtungen und vielen anderen Vorteilen, die ansonsten nur ukrainischen Betrieben angeboten würden. Ukrainische Industrieparks bieten darüber hinaus nach Kriegsende eine gute Logistik mit Verbindungen nach Westeuropa, kurze Entfernungen nach Deutschland und vor allem viele motivierte und qualifizierte Arbeitskräfte, betonte der Sondergesandte.

Tschernyschow stellte fest, dass es in der Ukraine bereits mehrere Industrieparks gibt, die bereit sind, mit großen westlichen Unternehmen zusammenzuarbeiten. „Die Regierung hat geplant, in den nächsten Jahren die Infrastruktur für 25 zusätzliche Industrieparks zu errichten“, betonte der Minister. Derzeit gebe es etwa fünfzig große Industriegebiete, vier davon auf Weltniveau. Die Ukraine werde sich sofort daranmachen, das Zerstörte wiederaufzubauen. Derzeit wird bereits ein Projekt in Butscha vorbereitet, das in der Nähe des Flughafens „Antonov“ gebaut werden soll“.

Aus Ruinen Großes hervorbringen – wie einst Deutschland

Leider seien die ambitionierten Pläne für einen großen wirtschaftlichen Sprung durch den Krieg behindert worden, aber „wir werden all unser Potenzial einsetzen, um die Möglichkeiten des Landes und seiner Bevölkerung zu nutzen. Ich glaube nicht nur, dass wir gewinnen werden, sondern auch, dass die Ukraine nach dem Sieg dazu bestimmt ist, der wichtigste osteuropäische „Tigerstaat“ zu werden. Wir werden die Richtigkeit des demokratischen Entwicklungsweges als Partner der EU demonstrieren“, sagte Tschernyschow: „Unser Vorbild ist Deutschland, das nach dem Zweiten Weltkrieg gezeigt hat, wie aus Ruinen Großes entstehen kann.“

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