Die SPD verliert massiv, die Grünen brechen ein – und trotzdem fühlt sich das Hamburger Wahlergebnis in der ARD an wie eine Siegesfeier für Rot-Grün. Während die Zahlen unbestechlich zeigen, dass die Wähler den Regierenden das Vertrauen entziehen, setzt die ARD auf betreutes Framing.
Ein Paradebeispiel: Die Moderatorin stellt dem SPD-Generalsekretär Miersch die Frage, als hätte seine Partei nicht gerade fast sechs Prozent verloren:
„Ist das heute Balsam für die geschundene SPD-Seele?“
Noch besser: „Was kann die Bundes-SPD von Hamburg lernen?“
Antwort: Offenbar, wie man verliert und sich trotzdem feiern lässt.
Genau umgekehrt lief es bei der AfD: Obwohl diese nach der CDU den stärksten Zuwachs hatte, wurde die ganze Zeit versucht, sie zum Verlierer zu framen.
Mit neutralem und ausgewogenem Journalismus, zu dem die ARD per Gesetz verpflichtet ist, hat das nichts zu tun – aber leider ist das ja schon Standard und fällt inzwischen kaum noch auf.
Die Ergebnisse im Detail
Hier die Prognose der ARD zur Bürgerschaftswahl in Hamburg von 18.29 Uhr:
• SPD: 33,5 Prozent (-5,7)
• Grüne: 17,5 Prozent (-6,7)
• CDU: 19,5 Prozent (+8,3)
• Linke: 11,5 Prozent (+2,4)
• AfD: 8,5 Prozent (+3,2)
• FDP: 2,3 Prozent (-2,7)
• Volt: 3,0 Prozent (+1,7)
• BSW: 2,1 Prozent (+2,1)
• Andere: 2,1 Prozent (-2,6)
Diese Zahlen zeigen deutlich, dass die SPD trotz Verlusten stärkste Kraft bleibt, während die Grünen dramatisch einbrechen. Die CDU legt zwar am stärksten zu, bleibt aber weit hinter der SPD. Besonders auffällig ist das Debakel der FDP, die mit 2,3 Prozent in die völlige Bedeutungslosigkeit abrutscht, sowie das schwache Abschneiden von BSW.
Die CDU legt am meisten zu – doch bleibt schwach
Interessant ist, dass die CDU mit einem Plus von 8,3 Prozent den größten Zuwachs verzeichnet, aber dennoch weit von einer echten Bedrohung für die SPD entfernt bleibt. In anderen Worten: Die Union gewinnt, aber zu wenig, um wirklich relevant zu werden.
FDP und BSW: Das Ende auf Bundesebene?
Während sich die SPD noch irgendwie über Wasser hält, erleben zwei andere Parteien ein regelrechtes Desaster:
• Die FDP rutscht mit 2,3 Prozent in die Bedeutungslosigkeit. Die Partei, die einst mit ihrem wirtschaftsliberalen Profil in Großstädten punkten konnte, hat hier offenbar nichts mehr zu melden. Aber entscheidender ist: Wenn die Liberalen selbst in einer Stadt wie Hamburg keine Rolle mehr spielen – woher sollen dann die Stimmen für den Bundestag kommen?
• Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kommt nur auf 2,1 Prozent. Hamburg als linke Hochburg hätte für Wagenknechts Bewegung eigentlich ein gutes Pflaster sein können. Doch es zeigt sich, dass sich ihr Mix aus sozialer Gerechtigkeit und Migrationskritik vor allem außerhalb der Großstädte verfängt. Hinzu kommt, dass sie im Osten zuletzt viel zu angepasst auftrat – zu sehr auf Schmusekurs zu den Altparteien Thüringen und Brandenburg, zu wenig eigenständig.
Für beide Parteien stellt sich damit die Frage, ob sie bundesweit jemals wieder über fünf Prozent kommen.
Warum ist Rot-Grün in Städten so stark – und Bürgerliche so schwach?
Die Ergebnisse von Hamburg zeigen einmal mehr ein politisches Muster, das sich in Deutschland verfestigt hat: In Großstädten dominiert Rot-Grün, während bürgerliche Parteien bestenfalls um den zweiten Platz kämpfen. Warum?
Eigentlich sollte es umgekehrt sein – denn die Sicherheitslage hat sich gerade in Städten wie Hamburg drastisch verschlechtert durch die unkontrollierte Migration. Kriminelle Clans und Bandenkriege sind Alltag, es herrscht massive Wohnungsnot, und trotzdem wählen die Bürger genau jene Parteien, die dafür verantwortlich sind.
Warum tun sie das?
Ein zentrales Motiv ist Verdrängung. Die Menschen nehmen die Probleme durchaus wahr, wehren sich aber mit aller Kraft gegen die Erkenntnis, dass ihre politische Wahl dazu beigetragen hat. Sie leben in einer Art kognitiver Dissonanz – ein Phänomen, das sich eindrucksvoll in der Weigerung vieler Journalisten zeigt, die Realität anzuerkennen. Ein Beispiel dafür ist eine bizarre Szene aus einer Talkshow mit „Spiegel“-Vize Dirk Kurbjuweit, die ich erst kürzlich hier genauer analysierte: Ignoranz im Quadrat: SPIEGEL-Vize leugnet Kriminalität in Hamburg.
Dazu kommt eine weitere Erklärung: Hochgebildete Menschen sind oft besonders anfällig für Manipulation, weil sie sich ihrer eigenen Intelligenz zu sicher sind. Wer glaubt, über den Dingen zu stehen, wird besonders leicht Opfer von Ideologien, ohne es zu merken. Genau dieses Phänomen habe ich kürzlich hier näher beschrieben: Warum kluge Köpfe sich so leicht manipulieren lassen.
Was sagt die Wahl über den Bund aus?
Solche Wahlen sind nur bedingt auf die Bundesebene übertragbar. Neben den Parteitrends spielen lokale Faktoren eine große Rolle – in Hamburg etwa Infrastrukturprojekte, Wohnungsbau oder wirtschaftspolitische Fragen. Besonders interessant: Bei der Bundestagswahl lag die SPD in Hamburg vor einer Woche noch bei nur 22 Prozent – ein drastischer Unterschied zu den 33,5 Prozent bei der heutigen Bürgerschaftswahl. Das erklärt, warum die Hamburger SPD sich bewusst von der Bundespartei distanziert hat, um nicht in deren Strudel zu geraten.
Trotzdem bleibt ein Eindruck: Wer in einer deutschen Großstadt gewinnen will, muss keine gute Politik machen – ein stabiles, rot-grünes Wählerreservoir trägt seine Parteien durch jede Krise. Bürgerliche Parteien bleiben entweder marginal oder entwickeln sich wie die CDU zu einer weichgespülten Mitmach-Formation ohne echtes Profil. So wird eines der Grundprinzipien der Demokratie, die Konkurrenz, faktisch ad absurdum geführt.
Denn wie soll ein echter politischer Wettbewerb entstehen, wenn eine große Wählergruppe sich nicht mehr von Inhalten oder Ergebnissen leiten lässt, sondern stur an einem politischen Lager festhält – egal, was passiert? Wenn ein Parteiensystem nicht mehr von Leistung und Verantwortung bestimmt wird, sondern von Gewohnheit, Gruppenzugehörigkeit oder medial vermittelten Feindbildern? Ist das am Ende nicht eine gefährliche Form von demokratischer Erosion?
Folge von medialer Gehirnwäsche?
Auffällig ist dabei auch der Typus des modernen Ministerpräsidenten. In Deutschland sind viele Landtagswahlen heute stark von Personen dominiert – Amtsinhaber haben einen enormen Bonus, unabhängig von ihrer politischen Bilanz. Doch diese Ministerpräsidenten sind selten charismatische Anführer, sondern erinnern oft eher an Bankangestellte hinter dem Schalter: unauffällig, ruhig, ohne große Kanten. Offenbar ist es genau dieser Typus, der in der deutschen Politik besonders gut funktioniert. Ein tiefenpsychologisch interessanter Befund.
Ein weiterer Grund für die Dominanz von Rot-Grün in Großstädten ist die massive ideologische Beeinflussung durch ein linkes Milieu, das gezielt gefördert wird. Die Analyse des Grünen-Chefs zur Wahl in der ARD zeigte das erneut – er klang, als referiere er in einem Sozialismus-Seminar an der Universität. Doch das fällt offenbar kaum noch auf. Die ideologischen Parteien profitieren von einem System, das ihre Narrative mit aller Kraft stützt. Hunderte Millionen Euro fließen aus Steuermitteln in rot-grüne Unterstützungsvereine, die offiziell zynisch als „Zivilgesellschaft“ bezeichnet werden. Diese Organisationen wirken als eine Art verlängerter Arm der Parteien – von der Meinungsbildung bis zur direkten Wahlkampfhilfe.
Das erklärt auch, warum viele Wähler diesen Kurs mittragen. Viele sind so programmiert, dass sie gar nicht anders können. Es ist die jahrzehntelange Prägung durch die Medien, durch ein rot-grünes Milieu, das sich als moralische Instanz inszeniert, und durch die angebliche „Zivilgesellschaft“. Dazu kommt schlichte Verdrängung – das Unvermögen, sich einzugestehen, dass man jahrelang den falschen Leuten vertraut hat.
Und vielleicht liegt genau hier der Grund für die Euphorie der Journalisten an diesem Wahlabend. Vielleicht feiern sie die Wahl nicht trotz der Verluste von SPD und Grünen, sondern gerade deswegen – weil sie insgeheim selbst nicht glauben konnten, dass die Wähler wirklich so masochistisch sind, diese Parteien wieder zu wählen. Der Wahlausgang ist die ultimative Bestätigung für ihr eigenes Weltbild, für die Macht der Gewohnheit, für das politische Milieu, dem sie selbst angehören. Und so schließt sich der Kreis: Eine Berichterstattung, die an der Realität vorbeigeht, feiert ein Wahlergebnis, das mit rationalen Maßstäben kaum zu erklären ist.
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Bild: Screenshot Youtube
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