Von Kai Rebmann
Wäre der Nicht-Impfarzt Dr. Heinrich Habig, würde er in Italien leben und praktizieren, nicht nur ein freier Mann, sondern womöglich sogar ein landesweit gefeierter Held? Wir werden es leider nie erfahren, aber ganz ausgeschlossen scheint es nicht. Denn auch Italien hat jetzt seine ganz eigenen „RKI-Files“, aufgedeckt von den Kollegen der Tageszeitung „La Verità“.
Demnach wussten die Experten des Wissenschaftlich-Technischen Ausschusses (CTS) schon im Frühjahr 2021 von schweren bis hin zu tödlichen Nebenwirkungen der Impfstoffe, insbesondere im Zusammenhang mit Astrazeneca, ließen die Kampagne allen internen Bedenken zum Trotz aber weiterlaufen. Für Camilla Canepa hatte diese Entscheidung fatale Folgen. Die wenige Tage zuvor gerade erst 18 Jahre alt gewordene Frau nahm am 15. Mai 2021 an einem sogenannten „Tag der offenen Tür“ in Ligurien teilt, an denen Volljährige sich mit eben dem Astrazeneca-Stoff impfen lassen konnten – obwohl dieser in allen anderen EU-Ländern bereits im März 2021 weitgehend zurückgezogen worden war, zumindest für Menschen unter 60 Jahren.
Die unfassbare Begründung: Weil alle anderen Stoffe knapp geworden waren, entschieden sich das Gesundheitsministerium in Rom und die Experten des CTS zur erneuten partiellen Freigabe des Astrazeneca-Präparats. Im Protokoll einer im Mai 2021 stattgefundenen Sitzung des Gremiums heißt es dazu: „Der CTS sieht keine Hindernisse, wenn Initiativen wie ‚Vaccination Days‘ für alle Personen über 18 Jahren organisiert werden.“
An einem dieser ominösen „Vaccination Days“, an denen Astrazeneca ausdrücklich auch an Jüngere verabreicht werden durfte, nahm auch Camilla Canepa teil. Keine vier Wochen später war sie tot! Gestorben am 10. Juni 2021 am VITT-Syndrom, einer durch Impfung hervorgerufenen immunthrombotischen Thrombozytopenie – und einer schon damals hinlänglich bekannten, aber im CTS geflissentlich ignorierten Nebenwirkung des Astrazeneca-Stoffs.
Staatsanwaltschaft beschlagnahmt Protokolle von CTS-Sitzungen
Jetzt wird der Skandal um den offensichtlich unnötigen Tod der 18-jährigen Italienerin ein Fall für die Staatsanwaltschaft Genua. Die Ermittler haben zahlreiche Video- und Audioaufnahmen mit Protokollen aus den Sitzungen des CTS beschlagnahmt und werten diese derzeit aus. „La Verità“ zitiert unter anderem den Epidemiologen Donato Greco, einen der Teilnehmer der Sitzungen, als dieser über die Gefahren des VITT-Syndroms im Zusammenhang mit Astrazeneca sprach: „Es ist ein seltenes Ereignis, aber zugleich auch eine anerkannte Nebenwirkung der Impfung.“ Dazu kommentiert die Zeitung: „Die Videos entlarven den CTS. Jeder wusste um die Risiken des Astrazeneca-Impfstoffs.“
Eine der wohl brisantesten Aussagen stammt aber von Giorgio Palù, dem damaligen Präsidenten der Aifa und damit so etwas wie das italienische Pendant zum deutschen Corona-Architekten Lothar Wieler: „Es war eine Entscheidung im Einklang mit anderen europäischen Ländern: AstraZeneca und Johnson & Johnson wurden analog nicht unter 60 Jahren verabreicht. Es gibt Druck, den ich nicht verstehe, diese Impfstoffe auch für Jüngere freizugeben. […] Ich sage Ihnen die Wahrheit: Der CTS gibt gerade eine Stellungnahme ab, ich habe auch als Virologe meine Meinung gesagt und möchte nicht zurückrudern wegen irgendwelcher politischen Wünsche.“
Solche Aussagen von führenden Mitgliedern der CTS-Kommission machen Entscheidungen wie jene zur Abhaltung von „Vaccination Days“ oder „AstraDays“, wie sie in Italien auch genannt wurden, umso schwerer nachvollziehbar. Hierin nicht zumindest Fahrlässigkeit zu sehen, stellt jeden durchschnittlichen, nicht-juristischen Beobachter mit Sicherheit vor eine echte Herausforderung.
Die einzige Erklärung ist so schlicht wie erschreckend: Die Rettung der Impfkampagne um buchstäblich jeden Preis war den politisch und wissenschaftlich Verantwortlichen im Zweifelsfall offensichtlich wichtiger als die Gesundheit oder gar das Leben von Menschen. Dazu passt die ebenfalls dokumentierte Aussage des damaligen Gesundheitsministers Roberto Speranza, wonach es gegolten habe, „so viele Impfungen wie möglich zu forcieren.“
Italien nur die Spitze des Eisbergs?
Und was in diesem Zusammenhang in Italien passierte, ist natürlich auch für Deutschland nicht ganz ohne Relevanz. Denn: Wer soll glauben, dass es hierzulande sehr viel anders gelaufen ist, zumal es längst entsprechende Hinweise gibt. Der elementare Unterschied besteht wohl darin, dass sich in Italien die Staatsanwaltschaft jetzt genau für diese Vorgänge interessiert, die in irgendwelchen Hinterzimmern abgelaufen sind, und zumindest versucht, diese auch nach mehr als vier Jahren noch aufzuklären.
Bei uns bleiben weisungsgebundene Staatsanwälte zwar keineswegs untätig – sie konzentrieren ihre Ressourcen jedoch vor allem auf die Verfolgung von Nicht-Impfärzten wie Dr. Heinrich Habig, die durch ein allein ihrem Gewissen folgenden Handeln womöglich sogar Menschenleben gerettet haben.
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Kai Rebmann ist Publizist und Verleger. Er leitet einen Verlag und betreibt einen eigenen Blog.
Bild: Radowitz / Shutterstock.com
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