• 14. Juli 2024

Bundesbank-Präsident Joachim Nagel fordert, das gesetzliche Rentenalter an die steigende Lebenserwartung anzupassen.

ByJörg

Jul 10, 2024

„Das mag politisch unpopulär sein, aber ich glaube, an dieser Stelle sind Reformen unumgänglich“, sagt Nagel im Gespräch mit dem Berliner „Tagesspiegel“. Die Bundesbank gehe davon aus, „dass wir in einer alternden Gesellschaft den Wohlstand nicht erhalten können, ohne Veränderungen vorzunehmen“.

Konkrete Vorschläge macht Nagel nicht. Er kritisiert aber, die Rente mit 63 fördere den vorzeitigen Renteneintritt. „Angesichts unserer demografischen Aussichten wäre es aber wichtig, Arbeitskräfte zu mobilisieren“, so der Bundesbank-Präsident. „Ich bin auch der Auffassung, dass es angemessen wäre, beim gesetzlichen Rentenalter grundsätzlich die steigende Lebenserwartung zu berücksichtigen.“

Nagel plädiert auch dafür, es Rentnerinnen und Rentnern zu erleichtern, neben der Rente weiterzuarbeiten. „Wir müssen grundsätzlich dafür sorgen, dass alle Menschen, die gerne arbeiten würden, auch arbeiten können“, mahnt er. Dazu sei es nötig, die Kinderbetreuung ausbauen und für Zuwanderung zu sorgen. Deutschland müsse für ausländische Fachkräfte attraktiv bleiben, sonst sei die Fachkräftelücke nicht zu schließen.

Der Notenbanker warnt zugleich davor, den Wirtschaftsstandort Deutschland schlechtzureden. „Manch einer sagt, Deutschland sei der kranke Mann Europas. Das ist falsch“, so Nagel. Die Auftragslage der Industrie scheine sich zu stabilisieren, auch der Konsum dürfte bald wieder anziehen. „Deutschland könnte eine gute Turn-Around-Story werden, also eine Erfolgsgeschichte, wenn die strukturellen Probleme beherzt angegangen und gelöst werden.“

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Author: [email protected]

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