• 26. Februar 2025

Zuwanderung von Fachkräften? In Deutschland offenbar nicht erwünscht

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Feb. 26, 2025
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Von Kai Rebmann

„Die Rente ist sicher!“, meinte einst Norbert Blüm (CDU). Was vielleicht gerade noch für die Altersversorgung des früheren Bundesarbeitsministers gegolten haben mag, davon können die Babyboomer – und erst recht die nachfolgenden Generationen – im Deutschland anno 2025 nur noch träumen. Dabei ist die Rente nur einer von vielen Bausteinen unseres Sozialsystems, die eben dieses in der aktuellen Form in den nächsten Jahren endgültig zum Kippen bringen werden.

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Umso wichtiger wäre Zuwanderung aus dem Ausland, und zwar qualifizierte. Nicht jene Fachkräfte, die uns einst von Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) versprochen wurden, sondern solche von Akademikern, Berufserfahrenen und ähnlich Qualifizierten. Doch nicht erst der jüngst von der Bundesregierung veröffentlichte Migrationsbericht 2023 offenbart: absolute Fehlanzeige, das Gegenteil ist der Fall!

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Dem Bericht zufolge wanderten im Jahr 2023 lediglich 6.155 Fachkräfte mit akademischer Ausbildung sowie 3.405 Fachkräfte mit einer anerkannten Berufsausbildung ein, um in Deutschland eine Arbeit aufzunehmen. Im Zuge der Erwerbsmigration wurden zudem nur 20.835 Blaue Karten der EU ausgestellt, womit sich die Zahlen jeweils in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bewegen.

Dem stehen laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Jahr 2023 127.549 Fälle von illegalen Einreisen gegenüber und damit noch einmal deutlich mehr als in den Vorjahren (2021: 57.637, 2022: 91.986). Höher lag dieser Wert lediglich im Jahr 2015 (217.237), als unter Angela Merkel alle auch nur denkbaren Schleusen geöffnet und die deutschen Grenzen zu regelrechten Drehtüren wurden. Die Zahl der Asylanträge lag im Berichtszeitraum bei 329.120.

Berlin lehnt mehr als jeden fünften Erwerbsmigranten ab

Zu Zurückweisungen an den deutschen Grenzen kommt es dagegen nur selten. Ganz anders sieht das offenbar bei der Erwerbsmigration aus, also jener Zuwanderung, die dieses vom Fachkräftemangel so geplagte Land und dessen Unternehmen so dringend bräuchten. Laut „Berliner Zeitung“ (leider hinter der Bezahlschranke) lag die Ablehnungsquote bei Migranten mit einem Job in der Hauptstadt im vergangenen Jahr bei 22 Prozent und damit um ein Vielfaches höher als bei solchen ohne Job.

Und auch die mit viel Trommelwirbel eingeführte Chancenkarte, ein Lieblingsprojekt von SPD und FDP, hat sich in der Praxis offenbar als kompletter Rohrkrepierer entpuppt. Ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild sollte die Fachkräfte aus aller Welt geradezu magnetisch anziehen. Die traurige Bilanz: Gerade einmal 7.100 Visa wurden mittels dieses „neuen und attraktiven Instruments“ (O-Ton der FDP-Abgeordneten Ann-Veruschka Jurisch) ausgestellt.

Als größtes Problem zeigt sich dabei – wie so häufig – die deutsche Bürokratie. Sowohl die nationale Chancenkarte als auch die Blaue Karte der EU sind mit mehr oder weniger hohen Hürden verknüpft. Hierzu zählen unter anderem Mindesteinkommen (bei der Blauen Karte in der Regel 48.300 Euro brutto), Jobangebot in Mangelberufen (insbesondere im medizinischen und pädagogischen Bereich) oder eine Beschäftigungsdauer von mindestens sechs Monaten.

Zugespitzt lässt sich also feststellen, dass Migranten ohne Job deutlich leichter nach Deutschland kommen als Fachkräfte, die hier gerne arbeiten würden. Wie groß die Herausforderungen sind, die in den nächsten Jahren auf die hiesige Gesellschaft zukommen werden, zeigt der Kollege Lukas Kuite ansatzweise in seinem Kommentar für die „Berliner Zeitung“ auf: „Allein der jährliche Bedarf neuer Elektroingenieure liegt laut hauseigenem Verband VDE in Deutschland bei rund 19.000. Laut dem Digitalverband Bitkom werden im Jahr 2040 rund 663.000 IT-Fachleute fehlen, wenn der Staat nicht nachsteuert. Bis 2030 fehlen mehr als 6.000 Ärzte, sagt die Kassenärztliche Bundesvereinigung.“

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Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Kai Rebmann ist Publizist und Verleger. Er leitet einen Verlag und betreibt einen eigenen Blog.

Bild: Shutterstock

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