• 22. Juli 2024

Stabile Preise für Energie und Nahrungsmittel haben auch im Juni die Inflation in Deutschland gedämpft.

ByJörg

Jul 11, 2024

Das Statistische Bundesamt bestätigt vorläufige Daten, nach denen die Verbraucherpreise im Juni 2,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen haben – nach 2,4 Prozent im Mai.

Überdurchschnittliche Preiserhöhungen beobachte man hingegen weiterhin bei Dienstleistungen, erklärt Destatis-Präsidentin Ruth Brand. Ohne Energie und Nahrungsmittel beträgt die sogenannte Kerninflation aktuell 2,9 Prozent und liegt damit erstmals seit Februar 2022 wieder unterhalb der 3-Prozent-Marke. Gegenüber dem Vormonat Mai seien die Preise im Juni insgesamt um 0,1 Prozent gestiegen.

Dass die Preise für Dienstleistungen 3,9 Prozent höher sind als vor einem Jahr, liegt unter anderem an den Versicherungen (+12,3 Prozent), der Gastronomie (+6,8 Prozent) oder den Autowerkstätten (+6,2 Prozent). Die Netto-Kaltmieten zogen um 2,2 Prozent an.

Sinkt die Inflation in Deutschland wie auch im Euroraum insgesamt, gibt das der Europäischen Zentralbank (EZB) im Jahresverlauf Spielraum für weitere Leitzinssenkungen. Sie senkte im Juni erstmals seit der Inflationswelle im Währungsraum die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte. Rund um den Wert von zwei Prozent Preissteigerung sieht die EZB die angestrebte Preisstabilität gewahrt.

Trend zu stabilen Preisen dürfte sich im Sommer fortsetzen

Nach Einschätzung von Ökonomen dürfte sich der Trend zu stabilen Preisen im Sommer fortsetzen: Sie erwarten schon bald Raten unter zwei Prozent. Während sich vor allem Dienstleistungen im Juni kräftig verteuerten, wurde Energie binnen Jahresfrist um 2,1 Prozent günstiger. Bei den Nahrungsmitteln gab es nach kräftigen Preisaufschlägen nur noch moderate Zuwächse (plus 1,1 Prozent).

Langfristig betrachtet sind die nun dämpfenden Gruppen aber deutlich teurer geworden als der gesamte Warenkorb, der modellhaft zur Darstellung der Preisentwicklung zusammengestellt wird. Demnach ist Energie aktuell mehr als 47 Prozent teurer als im Jahr 2020. Nahrungsmittel haben sich seitdem um 33 Prozent verteuert, während der gesamte Verbraucherpreisindex nur um 19,4 Prozent zulegte.

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