• 3. März 2025

Kein Scherz! Berlin will Sammler von Hundekot mit Geld belohnen

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März 1, 2025

Von Kai Rebmann

Für Katja Michel wird jedes Gassigehen mit ihren Hunden, ja jeder Einkauf beim Bäcker um die Ecke zu einem wahren Spießrutenlauf: „Bei uns im Kiez liegt alle fünf bis zehn Meter ein Haufen. Ich kann meine Kinder nicht auf der Wiese Fußball spielen lassen. Muss immer aufpassen, dass sie sich keine Tretmine einfangen, und achtgeben, dass die Hunde sich nicht die Pfoten schmutzig machen.“

Diese Zustände sollen der Lokalpolitikerin der Tierschutzpartei zufolge auf den Straßen und Wiesen in Berlin-Lichtenberg herrschen. Gemeint sind damit die Hinterlassenschaften von Hunden, von denen Michel selbst zwei besitzt. Für Abhilfe soll jetzt ein bundesweit sehr wahrscheinlich (und wohl aus guten Gründen) einmaliger Vorstoß aus den Reihen der Partei sorgen, die Deutschland dank der in Brüssel fehlenden Machterhalt-Klausel für die Altparteien (offiziell als 5-Prozent-Hürde bekannt) sogar im EU-Parlament vertreten darf: eine Kot-Prämie für Jedermann!

Ja, richtig gelesen, Michel schlägt dazu Folgendes vor: „Für beseitigte Haufen des eigenen Hundes soll es 10 Cent geben, für fremde Haufen 50 Cent.“ Das sollte eigentlich nicht nur eine Selbstverständlichkeit sein, sondern ist sogar gesetzlich vorgeschrieben; und zwar überall in Deutschland. Bezahlen soll die Prämie der Staat, sprich der Steuerzahler.

Problem: Wie immer, wenn irgendwo das ganz große Geld winkt, sind natürlich auch windige Betrüger nicht weit. Das weiß auch die Politikerin der Tierschutzpartei, die deshalb ganz auf die Errungenschaften des 21. Jahrhunderts setzt: „Das Amt könnte mit künstlicher Intelligenz kontrollieren, ob es immer wieder der gleiche Haufen ist.“ Wer – und vor allem wie – aber überprüfen soll, ob es sich um einen eigenen oder einen fremden Haufen handelt, ließ die Frau hingegen offen.

Umso konkreter sind dafür die Vorstellungen, wie das Ganze in der Praxis aussehen soll. Der Entdecker eines Hundehaufens soll seinen Fund per Smartphone dokumentieren (in Großaufnahme!). Ein zweites Foto soll die sodann gesäuberte Fläche zeigen, ehe das dritte Bild den sauber in einen eben dafür vorgesehenen Plastikbeutel verpackten Haufen im oder wenigstens in der Nähe eines Mülleimers zeigt. Die gesamte Collage muss dann nur noch auf die App der Stadtverwaltung geladen werden – und schon fließen die redlich verdienten Cents auf ein zuvor angegebenes Konto!

Dennoch scheint die ganze Idee noch nicht wirklich ausgegoren und erst recht nicht zu Ende gedacht zu sein: Muss die Kot-Prämie versteuert werden? Werden Beiträge zu den Sozialversicherungen fällig? Handelt es sich um einen Mini- bzw. Midi-Job oder – den entsprechenden Tatendrang vorausgesetzt – gar eine Vollzeit-Beschäftigung? Muss der Staat an Sonn- und Feiertagen sowie für Einsätze in den Nachtstunden steuerfreie Zuschläge in Höhe von 25 Prozent zahlen?

Auf all diese zentralen Fragen bleibt Michel jede Antwort schuldig. Liegt es womöglich daran, dass sich der Ältestenrat weigert, den Antrag der Hundeliebhaberin im Bezirksparlament von Lichtenberg auch nur zur Abstimmung zu stellen? Oder vielleicht doch daran, dass es nicht zuletzt in diesem Stadtteil auch noch andere Themen gibt, die den Bürgern vor Ort deutlich mehr unter den Nägeln brennen als herrenlos zurückgelassene Hundehaufen?

Katja Michel ist das offenbar einerlei. Die über alle Maßen engagierte Politikerin will ihr Glück jetzt im Umweltausschuss versuchen und ihrem Ansinnen dort nachdrückliches Gehör verschaffen. Berührungsängste hat die Bezirksverordnete bei dem Thema ohnehin nicht, wie sie der „B.Z.“ exklusiv verraten hat: „Man gewöhnt sich daran. Es fühlt sich an wie Knete und ist oft sogar schön warm.“ Na dann…

Und wie geht es Ihnen dabei, liebe Leser, wenn Sie sehen, welche Prioritäten gewählte Volksvertreter gerade in Zeiten wie diesen setzen? Schreiben Sie uns gerne Ihre Erfahrungen über ähnliche Schildbürgerstreiche in Ihrer Region in die Kommentare.

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Kai Rebmann ist Publizist und Verleger. Er leitet einen Verlag und betreibt einen eigenen Blog.

Bild: Shutterstock

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