Im Juli 2025 hatte die AfD eine parlamentarische Anfrage gestellt, um die häufigsten Vornamen von Bürgergeldempfängern zu ermitteln. Ein vermuteter hoher Anteil migrantischer Namen sollte die Kritik an der Sozialleistung für Migranten sichtbar machen und untermauern.
Die Antwort des Bundesarbeitsministeriums zeigte jedoch zunächst, dass Namen wie Michael (19.200), Andreas (16.200), Thomas (15.700) und Daniel (14.800) die Spitze anführten, während Mohammed und andere Namen aus dem arabischen bzw. türkischen Kontext weiter hinten platziert waren.
Dies führte zu spöttischen oder ironischen Berichten in mehreren Medien über die AfD. Viele deuteten an, dass die AfD wohl auf „migrantische“ Namen gehofft hatte, stattdessen aber „typisch deutsche“ Namen erhielt.
Hier ging es wohl auch darum, den Migrationshintergrund mit zu beleuchten, der in den Statistiken „Deutscher oder Ausländer“ keine Berücksichtigung findet bzw. gar nicht erhoben wird.
Heute wurde eine Antwort des Ministeriums auf eine Nachfrage des AfD-Abgeordneten René Springer bekannt, der auf die Zusammenfassung der Schreibvarianten (z. B. Mohamed, Muhammad, Mohammad usw.) bestanden hatte.
Ergebnis: Mohammed ist mit 39.280 Nennungen tatsächlich der häufigste Name, gefolgt von Michael (24.660) und Ahmad (20.660).Dies bestätigt die ursprüngliche AfD-Behauptung und dreht den Spieß nun um, die hämischen Medien sind kleinlaut.
„Das Ergebnis dürfte bei der gesichert rechtsextremistischen Partei vermutlich für Erstaunen gesorgt haben. (…) Dieses Argument wollte sie offenbar mit der Frage nach den Vornamen unterlegen – doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache.“
Der Bericht der „Welt“ hob hervor, wie die AfD versuchte, ihre These zu belegen, und stellte es als Fehlschlag dar:
„Regelmäßig beklagt die AfD, dass Menschen mit Migrationshintergrund stark vom Bürgergeldbezug abhängig sind. Mit einer Anfrage wollte sie das offenbar belegen und erhielt eine Liste der 14 häufigsten Vornamen.“
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„Die AfD hat die häufigsten Vornamen von Bürgergeldempfängern erfragt. Das Ergebnis ist eindeutig – und die Namen klingen ganz schön deutsch. Vermutlich hat die Partei etwas anderes erwartet oder erhofft.“
Die ZDF heute-show schrieb:
„Sie hatten wohl auf andere Vornamen gehofft.“
Etwa die „Junge Freiheit“ fragt jetzt ihrerseits mit hochgezogener Augenbraue, ob die Regierung die auf Mohammed-Platz-1 bereinigten Statistiken jetzt wohl ebenso eifrig verteilen wird, wie zuvor Thomas und Andreas.
Der „Volksverpetzer“ titelte damals übrigens besonders lautstark:
„Michael, Andreas & Thomas: AfD-Anfrage zum Bürgergeld ging nach hinten los!“
Und weiter hieß es da:
„Die AfD behauptet, das seien alles ‚Ausländer‘. Doch eine neue Anfrage zeigt: Die häufigsten Vornamen der Bürgergeldempfänger sind in dieser Reihenfolge: Michael, Andreas, Thomas und Daniel. Die meisten Empfänger sind natürlich auch Deutsche. Bürgergeldempfänger wählen überproportional die rechtsextreme Partei.“
Abschließend befand das Hetzportal:
„Die AfD hat natürlich vor allem ein Feindbild: Die bösen ‚Ausländer‘ – und dazu zählen natürlich auch Deutsche, die die ‚falsche‘ Hautfarbe oder Herkunft haben. Oder Vornamen.“
Und jetzt raten Sie bitte mal, ob der „Volksverpetzer“ (der weiter steif und fest behauptet, es sei ein Faktenchecker) die Korrektur des Ministeriums Richtung „Mohammed“ schon gemeldet hat.
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Author:
Alexander Wallasch