• 31. August 2025
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Von Kai Rebmann

Saira, Ayesha, Bisma, Amina und Momtaz könnten unterschiedlicher kaum sein, haben aber dennoch zwei entscheidende Gemeinsamkeiten. Sie sind Muslimas und haben eine Vorliebe für Punk. Das hört sich zunächst nach einem diametralen Widerspruch an? Und genau das ist es auch – zumindest im realen Leben und auf jeden Fall dort, wo die Regeln des Islam den Alltag von Millionen Menschen bestimmen.

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Also spielt die Comedyserie mit dem Titel „We Are Lady Parts“, zu deutsch etwa: Wir sind weibliche Geschlechtsteile, in London und soll das Leben von vier Musikerinnen und ihrer Managerin auf launige Weise in unsere Wohnzimmer transportieren. Die erste Staffel des Formats lief bereits im Jahr 2021 und vor zwei Wochen auch bei ZDFneo. Der ÖRR-Spartensender zeigte alle sechs Episoden zu je rund 23 Minuten am 12. August 2025 ab 22:30 Uhr am Stück.

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Dennoch werden deutschsprachige Fachportale nicht müde zu betonen, wie erfolgreich die Serie in Großbritannien, wo sie beim ebenfalls öffentlich-rechtlichen Channel 4 lief, gewesen sei und welche Preise sowohl „We Are Lady Parts“ als auch deren Protagonistinnen abgeräumt hätten. Oder zumindest für wie auch immer geartete Preise, von denen hierzulande aber noch kaum jemand gehört hat, nominiert worden seien.

SEDO

Vermeintliche Erfolgsserie verschwindet im Nacht-Programm

„Fernsehserien.de“ schreibt gar von einer der „witzigsten britischen Comedy-Serien dieses Jahrzehnts“. Damit ist die Latte recht hoch gelegt, sind die Briten doch durchaus für ihren, wenn auch politisch wie gesellschaftlich nicht immer ganz korrekten Humor bekannt. Und dann bleibt natürlich noch, die Frage, weshalb das vermeintliche „Erfolgsformat“ in Deutschland dann in die Nische eines Spartensenders gelegt und damit quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit gezeigt wurde. Worum also geht es in der Serie?

Saira, Sängerin und Gründerin von „Lady Parts“, ist im Hauptjob als Fleischhauerin in einer Halal-Metzgerei beschäftigt. Schlagzeugerin Ayesha lebt offen lesbisch und arbeitet als selbstständige Uber-Fahrerin, trägt gleichzeitig – ganz konservativ und mutmaßlich als Ausdruck ihres selbstbestimmten Lebensgefühls – aber Kopftuch. Bisma ist die Bassistin der Band, eine waschechte Hardcore-Feministin und verdient ab und zu ein paar Pfund als Zeichnerin von eben solchen Comics dazu, deren Protagonistinnen mittels Menstruationsblut zu Superheldinnen mutieren.

Aua! Und ja, so gesehen wirkt die Produktion, wenn schon nicht witzig – das ist bekanntlich Geschmackssache und liegt im Auge des jeweiligen Betrachters – auf jeden Fall komisch, wenn an der einen oder anderen Stelle auch etwas unfreiwillig. Vervollständigt wird das Quintett, das es so im realen Leben wohl kaum geben dürfte, jedenfalls nicht im ursprünglichen Kulturraum des Islam, von der vollverschleierten Niqab-Trägerin und E-Zigaretten verschlingenden Managerin Momtaz sowie der erzkonservativ eingestellten Amina, die erst im weiteren Verlauf des Plots als Lead-Gitarristin zu der Band stößt.

TV-Kritik wirkt für Millionen Muslimas wie blanker Hohn

Gian-Philip Andreas, der das Format für „fernsehserien.de“ rezensiert hat, kommt dabei zu dem Fazit: „Die Serie lädt dazu ein, Vorurteile zu hinterfragen und wäre das perfekte Gegengift für alle, die sich die Welt allzu eindimensional einzurichten pflegen. Das Schönste an ihr aber ist: Hier wird nicht gepredigt, nicht doziert und nicht selbstgerecht in Gut und Böse sortiert.“ Das britische Portal „Vulture Stereotype“ glaubt erkannt zu haben: „Die Serie stellt die muslimische Kultur auf den Kopf und wirft alle Klischees über Hijab tragende Frauen – dass diese durchgehend unterwürfig und unterdrückt seien – in den Staub.“

Nur: die ungeschminkte Realität für viele Muslimas außerhalb der Wohlfühl-Blasen europäischer Hauptstädte und TV-Studios ist leider eine gänzlich andere. Das belegen nicht zuletzt auch zahlreiche Kommentare in den sozialen Medien aus der islam-konservativen Ecke. Diese gerieten unter anderem bei Youtube derart außer Kontrolle, dass sich der Anbieter nicht mehr anders zu helfen wusste, als die Kommentarfunktion zu sperren.

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Kai Rebmann ist Publizist und Verleger. Er leitet einen Verlag und betreibt einen eigenen Blog.

Bild: Screenshot Youtube

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