„Wenn wir zu Jahresbeginn jeden Monat 300 bis 400 Quadratkilometer befreit haben, so sind es jetzt 600 bis 700“, sagte Beloussow bei einer Sitzung des Ministeriums. Zum Vergleich: Die Stadt Hamburg hat eine Fläche von 755 Quadratkilometern.
Zufrieden zeigte sich Beloussow auch mit den andauernden russischen Luftangriffen auf die Ukraine. In diesem Jahr seien bereits 35 solcher massiven Luftschläge gegen 146 strategisch wichtige Objekte des Gegners erfolgt. Dadurch sei die militärische Infrastruktur der Ukraine stark geschwächt worden, sagte er. Erst am Vortag hatte Russland unter anderem die Stadt Kiew massiv beschossen – und dabei mehr als 20 Zivilisten getötet.
Nach Angaben Beloussows belaufen sich die Verluste des ukrainischen Militärs in diesem Jahr auf 340.000 Soldaten. Zu eigenen Verlusten machte er keine Angaben. Unabhängig können die Aussagen des Ministers nicht überprüft werden. In der Vergangenheit haben beide Seiten aber zumeist gegnerische Verluste übertrieben und die eigenen unter den Tisch gekehrt.
Verhandlungen stocken
Die russische Invasion läuft seit dreieinhalb Jahren. Inzwischen kontrolliert Moskau einschließlich der bereits 2014 annektierten Halbinsel Krim etwa ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets. Zwar gibt es seit Mai erstmals seit drei Jahren wieder direkte Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien. Bislang gibt es aber keinen Durchbruch.
Kiew wirft Moskau vor, die Verhandlungen zu verschleppen, um eine militärische Entscheidung zu erzwingen. Selbst bei dem von Beloussow genannten Tempo bei den Eroberungen würde es aber noch rund 60 Jahre dauern, ehe das russische Militär den Nachbarstaat ganz erobert hätte.
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